
Oberflächen bewahren, was Nutzung hinterlässt. In ihnen verdichten sich die Spuren von Zeit, Umwelt und Menschenhand zu einer stillen Chronik des Gebrauchs.
Mit der kuratierten Ausstellung What the surface remembers eröffnete Wilkhahn während der Milan Design Week einen neuen Blick auf Materialität im Spannungsfeld von Beständigkeit und Wandel.
Ausgehend vom WiChair entstand eine vielschichtige Auseinandersetzung mit Oberflächen als Gedächtnis des Gegenständlichen. Der Drehstuhl rückte Stahl als lebendiges Medium in den Mittelpunkt – ein Werkstoff, der auf Kräfte reagiert und sie in eine erfahrbare Präsenz überführt. Die federnde Stahlschwinge macht das Starre beweglich, ihre Spannung ermöglichte Balance. Diese Idee zeigte sich auch in den Skulpturen der japanischen Künstlerin Aya Sasakura: organische Formen, die Bewegung zu speichern scheinen, eingeschrieben in das Metall wie die Zeichen seiner Bearbeitung.
Ergänzt wurde die Ausstellung durch Fotografien des deutschen Fotografen Frank Schinski, die Spuren eines gelebten Lebens dokumentieren. Jenseits von künstlerischer Absicht manifestieren sie die Ästhetik des Moments.
Zwischen der Klarheit industrieller Präzision und der Poesie natürlicher Patina entfaltete sich ein eindrucksvolles Bild davon, wie Oberflächen zu Trägern von Geschichte werden.
WiChair
Der WiChair ist ein kompakter, minimalistischer Drehstuhl. Mit seiner klaren Formsprache fügt er sich harmonisch in jede Umgebung ein und kann mit seiner Farbpalette gezielte Akzente setzen.
Hinter der reduzierten Gestaltung verbirgt sich überraschend hoher Komfort: Die flexible Stahlschwinge ermöglicht natürliche Bewegungen in alle Richtungen. Der Stuhl passt sich dabei mühelos unterschiedlichen Größen und Gewichten an.
Konstruktion, Materialwahl und Produktion sind konsequent darauf ausgerichtet, Ressourcen zu schonen, Kreisläufe zu schließen und verlässliche Qualität zu gewährleisten.

Künstler:innen
Aya Sasakura

»In den verschiedenen Texturen von Edelstahl beginnen sich die Landschaften meiner ursprünglichen Erinnerungen – das Meer und die Berge – zu überlagern. Eine klare Präsenz zu finden, die in ihnen mitschwingt, und ihr Gestalt zu geben, ist für mich ein zutiefst angenehmer und freudiger Akt.«
1974 in einem Fischerdorf an Shikokus Westküste geboren, studierte sie Kunsthandwerk und Industriedesign am Junior College der Musashino Art University. Nach mehreren Jahren in der kommerziellen Kunst verlegte sie 2008 ihren Lebensmittelpunkt nach Kasama und entwickelte dort ihre eigene künstlerische Praxis.
Frank Schinski

»Oft begegnet mir das Paradigma: Dies oder jenes ist wichtig und deswegen muss es fotografiert werden. An der dokumentarischen Fotografie schätze ich die Möglichkeit, den Fokus auf die scheinbar unwichtigen Dinge zu legen und ihnen eine Bedeutung zu geben. Sie werden wichtig, weil man sie fotografiert.«
1975 in Prenzlau geboren, begann er 1992 eine Maurerlehre, holte später das Abitur nach und studierte Dokumentarfotografie. Seit 2009 gehört er zum Berliner Fotografenkollektiv OSTKREUZ. Er lebt in Hannover und arbeitet für internationale Magazine und Wirtschaftsunternehmen.










