Werkhalle für die Digitalisierung

31.01.2022

Die ostwestfälische Stadt Paderborn gehört zu den Top-Regionen Deutschlands im Bereich der Informationstechnologie, was sie auch ihrem berühmten Sohn und Computerpionier Heinz Nixdorf zu verdanken hat. Große IT-Unternehmen finden sich am Standort, und spiegeln den Wandel von der industriellen Produktion zur digitalen Transformation wider. Die Verzahnung der beiden  industriellen und digitalen Welten zeigt sich im Neubau eines Bürogebäudes – physisch verortet im Industriegebiet Almepark-Nord am Stadtrand von Paderborn, vernetzt jedoch mit der ganzen Welt. Hier schufen Ferdinand and Ferdinand Architects aus Budapest einen IT-Campus für das Unternehmen LIRA service GmbH, das als hauseigener digitaler Dienstleister der Kronospan Organisation operiert, einem weltweit agierenden Produzenten von Holzwerkstoffen.

Zwei parallele, leicht versetzt positionierte Gebäuderiegel nehmen die Büroflächen auf, als verbindendes Element dient ein Multifunktionstrakt mit elliptischem Grundriss. Foto: Lira/Heine Warnecke Design

Raum für Vernetzung – digital und analog

Rund 60 Mitarbeiter:innen des IT-Dienstleistungsunternehmens betreuen exklusiv die 40 weltweiten Standorte des Holzherstellers. Die neue Arbeitsstätte hält aber perspektivisch mehr Kapazitäten und weitere Nutzungsformen bereit. Neben der Betreuung der digitalen Systeme für die Verkaufsabwicklung, Einkaufsprozesse, sowie Produktions-, Lager- und Versandlogistik, wird hier auch klassischer Support getätigt. Zudem bietet der dreiteilige Neubau Raum für hauseigene Veranstaltungen. So entstand ein Bürogebäude mit insgesamt rund 2.500 Quadratmetern Nutzfläche, deren expressive Architektur es in sich hat.

 

Sprechende Architektur

Die Budapester Architekt:innen rund um Arpád Ferdinand konzipierten ein durchweg eingeschossiges Bürogebäude, das durch Raumhöhe beeindruckt und eine markante Formensprache entwickelt. Besonders auffällig sind die wellenförmigen Dächer, mit denen die beiden Büroflügel überspannt sind. Das Gestaltungsprinzip ist dabei nicht zufällig gewählt: Laut Arpád Ferdinand ist die Wellenform eine Anspielung auf den Inhalt des Gebäudes: In der Informationstechnologie treten Daten als elektromagnetische Strahlung in Erscheinung, das wogende Dach bildet die statische Metapher für die elektromagnetischen Wellen.

Der flächige Komplex mutet vielmehr den Charakter einer Werkhalle als eines klassischen Bürobaus an. Verstärkt wird die Anspielung auf industrielle Architektur durch die Skelettbauweise und großflächig verglaste Fassadenflächen mit schlanken, vertikalen Profilen. Foto: Lira/Heine Warnecke Design

Ein verbindender Kern

Der elliptische Verbindungsbau setzt einen formalen Kontrapunkt zu den seitlichen Riegeln. Im Inneren verbirgt sich der zentrale Eingangs- und Empfangsbereich, verschiedene Besprechungsräume und ein sogenanntes Casino, das vorwiegend als Kantine genutzt wird. Ein Spielzimmer mit Kicker und Playstation soll der Abwechslung im Arbeitsalltag dienen, auch können im Mitteltrakt Veranstaltungen für bis zu 100 Personen abgehalten werden. Die Innenarchitektur aus der Feder des Planungsteams von pro office Lemgo setzt hier explizit auf Vielfalt in der Materialität, auf Komfort und abwechslungsreiche Aufenthaltsmöglichkeiten. Ein außergewöhnlich gestalteter Self-Check-In-Terminal aus Holz bildet den Blickfang im Empfangsbereich, akustisch wirksame Polstermöbel, Loungesessel oder Schaukelstühle im Casino erlauben Rückzug. Ergänzt wird das stilistisch hochwertige Ambiente in der Kantine etwa durch den Occo Barstuhl mit schwarzgebeiztem Massivholzgestell (Design: jehs+laub) sowie durch den farblich abgestimmten universellen Stapelstuhl Aula (Design: Wolfgang C.R. Mezger).

Holzverkleidungen, Glasflächen und stilvolle Möbel steigern die Aufenthaltsqualität in den Begegnungsflächen des Casinos. Fotos: Lira/Heine Warnecke Design

Human Centered Workplace

Der Mensch steht im Mittelpunkt, diese Prämisse verfolgen das Gestaltungskonzept für die Büroräume wie auch die Produktentwicklungen von Wilkhahn. Dabei setzt etwa der bewegungsfördernde Drehstuhl IN einen klaren Fokus auf Ergonomie, während die Sitzbank Insit nach einem Design von Wolfgang C.R. Mezger bequeme Ruhemomente beschert. Ergänzt wird der menschenzentrierte Ansatz etwa durch ein ganzheitliches Beleuchtungskonzept und die ausgeklügelte Akustik. So trägt etwa die wellenartige Dach- und dadurch Deckenform, die an ihren höchsten Erhebungen knapp sieben Meter Raumhöhe beschert, zur Schallreduktion bei. Unterstützt werden die nachhallreduzierenden Maßnahmen durch 800 Baffeln, die entlang der Dachwellen als Sonderkonstruktion montiert sind. Nicht zuletzt prägt den Campus ein parkähnlich angelegtes Außengelände, zu dem allseitig Blickbezüge entstehen und das die hohen Aufenthaltsqualitäten nach außen erweitert.

Ganz im Sinne des New-Work-Ansatzes stehen den Mitarbeiter:innen keine fest zugewiesenen Arbeitsplätze zur Verfügung. So sind die Büros weitgehend stauraumfrei, die persönlichen Gegenstände werden abends in Schließfächern verstaut und Arbeitssituationen jeden Tag auf Neue rekonfiguriert. Fotos: Lira/Heine Warnecke Design

Äußerlich haben wir mit schlüssigen Formen experimentiert und einen hochindividuellen Entwurf verfasst, innen liegt der Fokus auf sozialen Austausch, Begegnung und Interaktion. Die Designmöbel von Wilkhahn passen hervorragend in diesen kombinierten Ansatz.

Arpád Ferdinand, Architekt bei Ferdinand and Ferdinand Architects

Weitere Infos

Zur Website von pro office Lemgo

 

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