Ein Bürogebäude als Kraftwerk

10.11.2021

Wer gelebte Nachhaltigkeit sucht, stolpert unwillkürlich über Vorbilder aus Skandinavien. Vielleicht liegt es am landschaftlichen Reichtum, der das Selbstverständnis eines rücksichtsvollen Umgangs mit der Natur fördert. Sicher sind aber in arktischer Nähe die Auswirkungen klimatischer Veränderungen weit deutlicher spürbar, als manch anderenorts.

Powerhouse ist ein Kollaborationsprojekt von Industriepartnern aus Forschung, Design und Ingenieurwesen, das die Entwicklung energiepositiver Architektur fördert. Mit dem Powerhouse Telemark entstand 2020 das vierte Projekt der Serie. Foto: Ivar Kvaal

Norwegische Wege zur Nachhaltigkeit

Norwegen ist ein solches Land, das einerseits für die naturräumliche Pracht des hohen Nordens steht, und andererseits seinen Umgang mit Ressourcen aktiv verändert. Die Liste der eigenen Bestrebungen ist lang. Bis 2030 plant Norwegen etwa, klimaneutral zu werden, weit früher als die benachbarte EU. Fast jedes zweite im Jahr 2019 zugelassene Auto war elektrisch angetrieben, ab 2025 sollen gar keine Verbrenner mehr zugelassen werden und der öffentliche Nahverkehr in Oslo will ab 2028 gänzlich emissionsfrei sein. Dazu kommen neben Wasserkraft der aktive Ausbau von Wind- und Solarenergie sowie zahlreiche Beispiele nachhaltiger Architektur und Stadtplanung. Zu dieser Liste trägt explizit auch eines der bekanntesten Architekturbüros des Landes bei – mit einem Konzept, das bereits in Serie gegangen ist und einen neuen Standard im Hochbau definieren möchte.

 

Ein Bürogebäude mit Zukunftsblick

Mit der Powerhouse-Initiative wollen die in Oslo beheimateten Architekt:innen von Snøhettadas heutzutage Machbare in Sachen energieeffizienter und ressourcenschonender Gebäude weiter ausloten. Nach den Geschwisterprojekten Powerhouse Kjørbo, Powerhouse Montessori und Powerhouse Brattørkaia steht nun in Porsgrunn in der Region Telemark die vierte Realisierung eines energiepositiven Gebäudes, das gemeinsam mit den Projektpartnern R8 Property, Skanska and Asplan Viak entwickelt wurde. Das Konzept sieht vor, über den gesamten Lebenszyklus des Bauwerks von geschätzt 60 Jahren mehr Energie zu erzeugen als zu verbrauchen. Und das inklusive der grauen Energie, die der Bau bereits im Zuge der Errichtung und durch seine verbauten Materialien benötigt hat sowie inklusive des Energiebedarfes für den späteren Abriss. Der Weg zu dieser Bilanz: Das Gebäude ist selbst ein Kraftwerk.

Die Nutzung des Gebäudes reicht von flexibel adaptierbaren Büros über Co-Working-Spaces bis hin zu einem Restaurant und einer Dachterrasse mit Blick über die industriell geprägte Stadt. Foto: Ivar Kvaal

Form folgt dem Sonnenenergiegewinn

Die außergewöhnliche Kubatur des Powerhouse Telemark erzeugt eine maximierte Fläche, die für Photovoltaik nutzbar ist. Oberhalb der ersten Geschosse kragt hierfür die Ostfassade um 45° nach außen aus und vergrößert die oberen Ebenen im Vergleich zur Grundfläche deutlich. So entsteht eine immense Dachfläche, die um 23° geneigt ist. Die PV-Elemente am Dach und an der Südostfassade erzeugen pro Jahr 256.000 kWh Strom, was ungefähr dem zwanzigfachen Verbrauch eines durchschnittlichen norwegischen Haushalts entspricht.

 

Parameter nachhaltiger Architektur

Bis ins letzte Detail folgen Hochbau und Innenarchitektur dem Nachhaltigkeitsgedanken. Die nach Norden ausgerichteten Fassaden sind mit Holzlamellen verkleidet, um Schatten zu generieren. Hochisolierte Wände und Dreifachverglasung dienen dem Passivhausstandard. Dazu sorgen eine thermische Betonteilaktivierung und ein wasserkreislaufbasiertes LowEx-System mit einem geothermischen Brunnen in 350 m Tiefe für die nötige Heizung und Kühlung der Innenräume. All das dient indirekt ebenfalls der positiven Energiebilanz.

Eine reduzierte, nordische Ästhetik kennzeichnet die Innenräume. In den Bürozonen finden sich einerseits Rückzugsorte und andererseits ergonomische Arbeitsplätze mit hohem Tageslichtanteil. Für bewegungsfördernden Sitzkomfort am Arbeitsplatz sorgt der Bürostuhl IN. Foto: Ivar Kvaal

Kluge Mischung aus LowTech und High Quality

Viel Tageslicht, flexible Raumlösungen sowie regional gewonnene, recycelte und strapazierfähige Materialien, markieren die Eckpfeiler des Interieurs. Nachhaltigkeit bedeutet auch immer, vorausschauend zu planen. Gerade in den veränderten und veränderbaren Arbeitswelten unserer (post-)pandemischen Zeit sind flexible und reversible Lösungen gefragter denn je. Umso wichtiger wird es, den Menschen in den Mittelpunkt der Einrichtungsplanung zu stellen. Und dazu zählt vor allem ein Mobiliar, das eine gesunde Arbeitsumgebung unterstützt. Dieses Verständnis von Nachhaltigkeit unterstreicht auch der Bürostuhl IN im Powerhouse Telemark: Er unterstützt das dynamische 3D-Sitzen und fördert dadurch das individuelle Wohlbefinden am Arbeitsplatz.

Powerhouse Telemark ist eines der energieeffizientesten, nachhaltigsten und eindrucksvollsten Gebäude weltweit. Demzufolge war es sehr wichtig für uns, eine nachhaltige und ästhetische Innenarchitektur zu wählen. Möbel tragen zu unserem alltäglichen Wohlbefinden bei. Wir freuen uns, dass die Stühle von Wilkhahn dem Anspruch an Ästhetik und hohe Qualität gleichermaßen begegnen.

- Elin Tufte Johansen, Personalleiterin R8 Property

Weitere Infos

Zur Website von Snøhetta

 

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